“Weil wir Frauen sind.”
20 Frauen. 20 Geschichten von Flucht, Widerstand und Neuanfang. Sie alle mussten im Jahr 2021 aus Afghanistan vor den Taliban fliehen. Ich habe sie im Auftrag der Organisation medica mondiale porträtiert.
Zur virtuellen Ausstellung
Die Ausstellung ist vom 28. September bis zum 15. November 2026 in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin zu sehen.
Reza Guel backt jeden Tag hundert Brote in ihrem traditionellen Lehmofen. Damit versorgt sie ihre sieben Kinder und ihren opiumabhängigen Mann. Zehn Stunden am Tag sitzt sie im Schneidersitz mit gekrümmten Schultern über dem heißen Ofen. Sie arbeitet hart, damit ihre Kinder etwas zu essen haben. Sie kann nicht lesen und schreiben, wurde mit 16 Jahren verheiratet und lebt in einer traditionellen Familie. Reza lebt seit ihrer Geburt in Kabul. Sie hat die sowjetische Besatzung, den darauffolgenden Guerillakrieg, das Taliban-Regime und die amerikanischen Bombardierungen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erlebt und versucht heute, unter der erneuten Herrschaft der Taliban zurechtzukommen.
Gegen Mitternacht verlässt Sergeant Robert Bales das Feldlager Camp Belambay. Die Nacht ist ruhig, es ist noch Winter und entsprechend kalt. Zu Fuß macht sich Bales, der bewaffnet ist, auf den Weg zur nahegelegenen Siedlung Alkozai. Was folgt, gilt heute als eines der schwersten Kriegsverbrechen im Afghanistan-Konflikt.

Artikel: Der Spiegel